KONTAKT
Mit Farbe, Putz und handwerklicher Präzision entwickeln wir ganzheitliche architektonische Konzepte. Oberfläche verstehen wir nicht primär als dekorative Schicht, sondern als integralen Bestandteil der Architektur.
Unsere Entwürfe entstehen aus dem Handwerk heraus: aus dem fundierten Wissen um Materialien, ihrer Herkunft und Zusammensetzung, ihrer physik-alischen und sinnlichen Eigenschaften. Im direkten Arbeiten mit ihnen – im Mischen von Pigmenten, im Anlegen von Mustern, im Schichten von Putzen und Lasuren – erforschen wir Tiefe, Körnung, Lichtreflexion und Haptik. So wird der Entwurfsprozess zu einem Dialog zwischen Material und Raum.
Gestaltung ist für uns kein abstrakter, rein theoretischer Akt, sondern ein lebendiger Austausch zwischen Denken und Machen, zwischen Konzept und Ausführung, zwischen Kopf und Hand. Im präzisen handwerklichen Einsatz entfalten Materialien ihre architektonische Kraft: Sie modellieren Flächen, akzentuieren Proportionen, gliedern Volumen und verstärken räumliche Sequenzen. Durch bewusst gewählte Techniken entstehen subtile Übergänge oder klare Kontraste, ruhige Hintergründe oder markante Setzungen. Farbe wird zum raumbildenden Element, das Licht aufnimmt, lenkt und moduliert. Oberflächen erzeugen Rhythmus und Spannung, schaffen Orientierung und Identität.
Ein frühzeitiges Einbeziehen unterschiedlichster Expertisen erachten wir dabei als wesentlich und gewinnbringend für den Entwurfsprozess. Die enge Zusammenarbeit mit Architektinnen und Architekten, Fachplanerinnen und Fachplanern sowie Handwerkerinnen und Handwerkern spielt in unseren Bauprojekten eine zentrale Rolle. Im gemeinsamen Dialog entstehen tragfähige Lösungen, in denen gestalterische, konstruktive und technische Aspekte präzise aufeinander abgestimmt sind und sich gegenseitig stärken.
Parallel zu meiner gestalterisch-technischen Praxis bin ich seit über zehn Jahren im Bereich der Vermittlung, Forschung und Beratung am Haus der Farbe tätig. In dieser Lehrtätigkeit geht es mir darum, gestalterische Prozesse nachvollziehbar zu machen – Geschichten zu schreiben – , das Bewusstsein für Materialität zu schärfen und die Verbindung von konzeptionellem Denken und handwerklicher Umsetzung zu fördern. Der Austausch mit Studierenden und Fachpersonen bereichert meine eigene Praxis wesentlich: Er fordert zur Reflexion heraus, eröffnet neue Perspektiven und hält den Diskurs über Farbe und Architektur lebendig. So stehen Lehre und Praxis in einem kontinuierlichen Dialog.
