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HIRTE

Das im Jahr 1805 errichtete Bauernhaus stellt ein bauliches Zeugnis kon-tinuierlicher Transformation dar, das im Laufe seiner Nutzungsgeschichte mehrfach an sich verändernde Anforderungen landwirtschaftlicher Produktion und Wohn-nutzung angepasst wurde. Diese Prozesse manifestierten sich in Abbrüchen, Überformungen sowie additiven baulichen Eingriffen unterschiedlicher Zeitstufen.

Im Zuge der jüngsten Erweiterung wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Architekten und der Bauherrschaft der ehemalige Ökonomieteil – ursprünglich für Kleintierhaltung und ackerbauliche Nutzung konzipiert – in einen Wohnbereich mit integrierter Hundepension überführt. Ziel war es, den historischen Bestand mit seinen konstruktiven und räumlichen Qualitäten gezielt freizulegen und weiterzuentwickeln. Die tragende Holzstruktur des Bestandsbaus bildet dabei das zentrale ordnende Element. Ihre konstruktiven Eigenschaften und material-immanenten Qualitäten wurden bewusst inszeniert und in einen Dialog mit angrenzenden mineralischen Oberflächen gesetzt. Durch diese Gegenüberstellung wird die historische Tragstruktur nicht nur lesbar gemacht, sondern zugleich räumlich und atmosphärisch akzentuiert.

Bauliche Lücken und strukturelle Schwachstellen wurden geschlossen, der Bestand statisch gesichert und durch präzise gesetzte Erweiterungen ergänzt; beispielsweise mit dem Tafelbild «Hirte mit Hund» von Michael Wyss.

 

Nicht kontrollierbare und bauphysikalisch dichte Schichtaufbauten im Innen- wie im Außenbereich wurden systematisch entfernt, um den ursprünglichen konstruktiven Kern freizulegen und dessen Zustand bewerten zu können. Dieses „Freilegen bis auf die konstruktive Ebene“ ermöglichte ein vertieftes Verständnis der historischen Bauweise und bildete die Grundlage für nachhaltige Instandsetzungsmaßnahmen.

Die durchgeführten Eingriffe folgen damit einem langfristig orientierten Erhaltungsansatz, der die Substanz schont, die historische Lesbarkeit wahrt und zugleich eine zeitgemäße Nutzung sicherstellt. Das Objekt wird auf diese Weise nicht nur für die gegenwärtige Nutzung qualifiziert, sondern auch als bauliches Kulturgut für zukünftige Generationen gesichert.

Baujahr             2021/24

Bauherrschaft   Privat

Architektur        Dieter Affeltranger, Winterthur

Oberflächen      wrkstadt Architektur und Handwerk, Volketswil

​​Zimmermann    holz Handwerk, Lindau

Hafner              Brunner Ofenbau, Illnau

Fotografie         wrkstadt Architektur und Handwerk, Volketswil

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