ATELIERHAUS

Das Weiterbauen im Bestand versteht sich als präzise gesetzter Eingriff: Bestehende Raumproportionen werden respektiert, Tragstrukturen sichtbar belassen, Spuren der Nutzung als Teil der Geschichte gelesen. Neue Elemente fügen sich selbstverständlich ein, ohne historisierend zu wirken. Alt und Neu treten in einen ruhigen, konstruktiven Dialog.
Im Zuge der Anpassung wurde eine zusätzliche Nasszelle integriert. Ihre Setzung erfolgt selbstverständlich aus dem räumlichen Gefüge heraus – funktional klar organisiert, jedoch atmosphärisch bewusst gestaltet. Anstelle technischer Dominanz steht eine materialbetonte Zurückhaltung im Vordergrund.
Die Oberflächen der Nasszelle sind in natürlichem Gipskalkputz ausgeführt. Das Material erzeugt eine warme, mineralische Tiefe und vermittelt trotz funktionaler Anforderungen eine weiche, haptische Qualität. Der Gipskalkputz reguliert das Raumklima auf natürliche Weise und unterstützt ein ausgeglichenes Feuchte-verhalten – ein wesentlicher Aspekt im sensiblen Kontext einer Nasszelle.
Veredelt wird die Oberfläche durch den Einsatz von punischem Wachs. Diese traditionelle Behandlung verdichtet den Putz, erhöht seine Widerstandsfähigkeit gegen Spritzwasser und verleiht ihm eine subtile, seidige Schimmerwirkung. Das Licht bricht sich sanft auf der gewachsten Fläche und erzeugt eine lebendige, changierende Tiefe.
Ein Silberöl-Finish auf dem neu eingebauten Waschtischmöbel verbindet metallische und hölzerne Oberflächen zu einer einheitlichen Erscheinung. Je nach Lichteinfall und Blickwinkel verändert sich die Wahrnehmung – mal warm und matt, mal kühl und glänzend – und verleiht dem Möbel eine dynamische, fast lebendige Qualität.
Baujahr 2024
Bauherrschaft Privat
Architektur studio mijo Architekten GmbH, Luzern
Oberflächen wrkstadt Architektur und Handwerk, Volketswil
Fotografie wrkstadt Architektur und Handwerk, Volketswil




