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ALTE POST 

In den Räumlichkeiten der Alten Post wurde nach einer ressourcenschonenden Strategien zur Verbesserung bestehender Baustrukturen mit eingeschränkter bauphysikalischer Qualität gesucht. Diffusionsdichte, organische Putz- und Anstrichschichten wurden vollständig mechanisch entfernt. Dieser Rückbau war zeitintensiv und kostspielig und zwingte uns im weiteren Schichtaufbau zu einer ökonomischen Denkweise.

Anstelle eines standardisierten, vollflächigen Wandaufbaus aus Mauerwerk, Spritzbewurf, Grund- und Deckputz sowie industriell gefertigten Materialien kamen lokal hergestellte Baustellenmischungen aus Sumpfkalk, Lehm und regional gewonnenen Sanden zum Einsatz. Jede Schicht wurde hinsichtlich ihrer bauphysikalischen, materialtechnischen und gestalterischen Eigenschaften analysiert und gezielt eingesetzt. Der Zeit- und Materialaufwand konzentrierte sich dabei bewusst auf ausgewählte, repräsentative Bereiche, während andere Zonen in einer Grund- oder Ausgleichsschicht belassen und in ihrer Oberfläche bewusst bearbeitet wurden.

Dieses differenzierte Schichtprinzip erzeugt eine räumliche Dramaturgie, die den Büroraum atmosphärisch gliedert und historische Konzepte von Repräsentation mit zeitgemäßen Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Ressourceneffizienz verbindet. Material wird nicht als homogene Oberfläche verstanden, sondern als lesbare Abfolge von Schichten mit jeweils spezifischer Funktion und Ausdruckskraft.

Das Projekt versteht sich als experimenteller Ansatz. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Nachhaltigkeit, des Materialeinsatzes und seiner Herkunft, der hand-werklichen Ausführung sowie der qualitativen Aufwertung durch Oberflächen-gestaltung und partielle Veredelung.

„Durch die Schichten denken!“ beschreibt dabei den zentralen Entwurfsansatz: Jede bauliche Entscheidung wird aus der Logik des vorhandenen Bestands, der Materialschichten und ihrer Wechselwirkungen heraus entwickelt – technisch, gestalterisch und ökonomisch zugleich.

Baujahr             2023/2024

Bauherrschaft   Merk Raumgestaltung / Schreinerei Merk AG, Uster

Schreiner          Merk Raumgestaltung / Schreinerei Merk AG, Uster

Oberflächen      wrkstadt Architektur und Handwerk, Volketswil

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Fotografie         Lorenz Meier, Merk Raumgestaltung

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